Kategorien &
Plattformen

Tätigkeitsbericht 2021 der UKA vorgestellt – Betroffenenbeirat enttäuscht

Im ersten Jahr Anerkennungsleistungen von 12,89 Millionen Euro entschieden
Tätigkeitsbericht 2021 der UKA vorgestellt – Betroffenenbeirat enttäuscht
Tätigkeitsbericht 2021 der UKA vorgestellt – Betroffenenbeirat enttäuscht
© Bistum Limburg

Verbesserung des Anerkennungssystems ist nötig

Der Bericht bemühe sich um Transparenz, schreibt der Betroffenenbeirat. Jedoch brauche es diese Transparenz im Leistungsgeschehen des Systems. Hier weise der Bericht erhebliche Mängel auf. Es fehlten nachvollziehbare Daten zum Leistungvolumen. Der Bericht zeige auch, dass die große Zahl der Leistungsbescheide weit unter der oft angezogenen Summe von 50.000 Euro bleibe. Damit bestätige der  UKA-Bericht, dass das Anerkennungssystem seinem Anspruch und seiner Aufgabe nur in einem kleinen Teil der Vorgänge gerecht werde. Weiter heißt es in der Stellungnahme des Betroffenenbeirats: „Wenn die Bischöfe nicht schnell eine bedeutende Verbesserung des Anerkennungssystems beschließen, werden sie auch die Verantwortung für fortgesetzte und weitere Traumatisierungen tragen müssen. Die UKA wird sich dann aber auch die Frage stellen müssen, ob sie dauerhaft zu den Ergebnissen ihrer Arbeit stehen kann. Damit soll weder die Unabhängigkeit noch die regelkonforme Umsetzung der Verfahrensordnung infrage gestellt werden. Doch muss sich die UKA bei unveränderter Fortführung des Systems klarer und vernehmbarer positionieren. Ansonsten setzt sie sich zwangsläufig dem Vorwurf aus, Erfüllungsgehilfe einer Bischofskonferenz zu sein, die immer noch auf der Suche nach einer billigen Problemlösung zu sein scheint.“ Es brauche jetzt Entscheidungen, die in der Anerkennung des erlittenen Leids zu einem glaubhaften Zeugnis einer wirklichen Haltungsänderung würden.

Den Bericht finden Sie hier.

Hintergrund UKA:

Die Mitglieder der UKA stehen in keinem Anstellungs- und Abhängigkeitsverhältnis zu der katholischen Kirche und arbeiten weisungsunabhängig. Die UKA nimmt grundsätzlich nur von kirchlichen Institutionen oder den dort benannten Ansprechpersonen übersandte Anträge auf Leistungen in Anerkennung des Leids von sexuellem Missbrauch Betroffener entgegen und entscheidet über die Höhe der Leistungen, die ausgezahlt werden. Die UKA ist bundesweit tätig, sodass es bundesweit im Sinne einer Gleichbehandlung zu vergleichbaren Entscheidungen kommt. Der Begriff des sexuellen Missbrauchs im Sinne der Ordnung umfasst dabei sowohl strafbare als auch nicht strafbare sexualbezogene Handlungen und Grenzverletzungen. Leistungsanträge sind auch für Betroffene möglich, die bereits auf Empfehlung der Zentralen Koordinierungsstelle und auf der Basis damals niedriger vorgesehener Anerkennungsbeträge Zahlungen erhalten haben (sogenannte Altanträge). Die aktuelle Ordnung des Verfahrens ermöglicht der UKA zusätzlich, einstimmig in kleineren Spruchkörpern (sogenannten Kammern) zu entscheiden. Bei grundsätzlichen Fragen oder strittigen Entscheidungen müssen wie bisher weiter mindestens fünf Mitglieder der UKA zusammenkommen, um beschlussfähig zu sein. In den Sitzungen der Kommission ist eine interdisziplinäre Beratung und gründliche Prüfung jedes Antrags auch weiterhin die Grundvoraussetzung für eine angemessene und ausgewogene Entscheidung der UKA.

Hintergrund Betroffenenbeirat:

Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz besteht aus 12 Personen, die von sexualisierter Gewalt und Missbrauch im Zuständigkeitsbereich der katholischen Kirche betroffen sind. Die Mitglieder sind durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz berufen; sie sollen die Bischofskonferenz in Fragen des Missbrauchs und der sexualisierten Gewalt beraten, aber auch eigene Initiativen und Sichtweisen aus der spezifischen Sichtweise der Betroffenen einbringen. Der Betroffenenbeirat hat sich im Oktober/November 2020 konstituiert; die Amtszeit beträgt drei Jahre.

Cookie Einstellungen

Statistik-Cookies dienen der Anaylse, indem Informationen anonymisiert gesammelt werden.

Anbieter:

Bistum Limburg

Datenschutz